Rheinpfalz vom 30. Januar 2009

Wo Esel und Eisvogel für den roten Faden sorgen

Naturschutzbund eröffnet Eselsbachtal-Lehrpfad am 15. Mai

Am 15. Mai will der Naturschutzbund (NABU) Kaiserslautern und Umgebung seinen Lehrpfad Eselsbachtal eröffnen, den er mit der Stadt als Partner realisiert (wir berichteten). Wie jetzt feststeht, soll an 14 Stationen vor allem Schülern so manches rund um Biologie, Geologie, Chemie oder auch Landschaftsarchitektur vermittelt werden. Die Mädchen und Jungen dürfen sich dabei auch selbst als Forscher versuchen.

Ausgangs- und Endpunkt des aktiven Lehrpfads mit pädagogischem Anspruch ist die Waschmühle, dazwischen liegt geballtes Wissen auf rund vier Kilometern Länge verteilt, wie Jürgen Reincke schätzt. Ziel sei es, Kinder und Jugendliche für Wissenschaft zu interessieren, erläutert der NABU-Vorsitzende. Dies passe auch gut zum Kaiserslauterer Jahr der Wissenschaften. Geändert hat sich inzwischen die Zielgruppe: War der Lehrpfad zunächst hauptsächlich für Grundschulklassen gedacht, werden nun Fünft- bis Zehntklässler anvisiert. Auch Schüler ab der elften Klasse können angesprochen werden. „Wir haben den wissenschaftlichen Anspruch gesteigert", begründet das Reincke und führt als Beispiel die „Chemische Wasseruntersuchung" an. Bei dieser Station dürfen die Mädchen und Jungen mit Hilfe eines beim NABU ausleihbaren Analysekoffers etwa Nitrit-, Nitrat-, Phosphatgehalt oder die Sauerstoffsättigung des Baches bestimmen. Weil das die Schüler unter Umständen mehrere Stunden beschäftigen kann, gilt: „Man kann nicht alle Stationen hintereinander machen."

Weitere Themen auf dem circa vier Kilometer langen Rundweg sind zum Beispiel: „Kulturgeschichte des Eselsbachtals", „Boden als Filter unserer Wasserversorgung", „Flechten und Luftgütebestimmung" oder „Moose und Farne". Larven in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien sind beispielsweise an der „Insekten"-Station zu begutachten. Reincke: „Es geht um weit mehr als alleine das Wasser, deswegen heißt der Lehrpfad auch Eselsbachtal." Für einen roten Faden sorgen Esel und der in dem Tal vorkommende Eisvogel, die auf den Infotafeln an den Stationen auftauchen sollen.

Neben ausleihbarem Material wie Analysekoffer oder Kescher und Lupen will der Naturschutzbund auch für eine CD-Dokumentation für Lehrer sorgen. Angepeilt wird zudem eine eigene Homepage rund um den Lehrpfad. Zurzeit gehe es unter anderem darum, die Texte für die Dokumentation und die Infotafeln zu schreiben, die Schreinerarbeiten in Auftrag zu geben, bis Ende Februar sollten auch Handzettel entstehen, skizziert Reincke den Stand der Planungen. Diese hat sich eine Gruppe zur Aufgabe gemacht, die aus NABU-Mitgliedern ebenso besteht wie zum Beispiel aus Biologen, Lehrern oder Umweltpädagogen. Ab dem 20. April soll der Startschuss für die Aufbauarbeiten fallen.

Die Gesamtkosten für das Projekt beziffert Vorsitzender Reincke auf über 10.000 Euro. Der Naturschutzbund plant, selbst bis zu 2000 Euro aufzuwenden, hinzu kommen Spenden, Sach- und Arbeitsleistungen von Unterstützern. Die Höhe der Kosten hänge auch vom Angebot ab, stellt der NABU-Vorsitzende fest. Geplant ist nämlich, verbrauchte Materialien zwei Jahre lang nachliefern zu können. Für einen Bodenanalysekoffer seien mindestens 500 Euro zu zahlen, dessen Inhalt reiche aber vielleicht nur für 30 bis 50 Ausleihen, macht Reincke deutlich. „Dann muss nachgefüllt werden." Gerade diese Möglichkeit, Analysekoffer und ähnliches borgen zu können, mache den Lehrpfad für Schulen attraktiv - sei doch die Ausstattung mit Lehrmitteln oft nicht optimal, meint Reincke. (Sabrina Zeiter)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.25
Datum: Freitag, den 30. Januar 2009
Seite: Nr.17

 

Jürgen Reincke, Vorsitzender des Naturschutzbundes Kaiserslautern und Umgebung, im Sommer im Eselsbachtal: 14 Stationen in diesem Gebiet sollen Jugendlichen Lust auf Wissenschaft machen.

Bild: Eselsbachtal mit J. Reincke, Copyright: VIEW
Eselsbachtal mit J. Reincke, Copyright: VIEW

Zurück